Bildungsbauten

Wettbewerb KiTa After-Impekoven

Städtebauliche Einbindung

Das Baugebiet beendet sich im Dorfzentrum von Impekoven in direkter Nachbarschaft zur kath. Kirche St. Mariä Heimsuchung von Gottfried Böhm aus dem Jahr 1968. Der bedeutsame Kirchbau erhebt sich in Verlängerung der Straße Unterdorf und bildet auf einer Anhöhe gelegen einen dramatischen Schlusspunkt der Sichtachse. Rechts unterhalb der Kirche befindet sich das L-Förmige Grundstück für den neuen Kindergarten. 

Die derzeit als Parkplatz genutzte Fläche entlang der Kurve wird als neue Dorfmitte gestaltet. Der künftige Platz verfügt durch seine klare Einfassung, eine neue Oberfläche aus Betonsteinen sowie die Egalisierung des Niveaus über eine hohe Aufenthaltsqualität. Er öffnet sich entlang der Kurve mit einer Stufenanlage zur Kirche hin und gibt damit auch den Blick frei auf den neuen Kindergarten im rückwertigen Teil des Grundstücks. Der eingeschossige Baukörper öffnet sich durch seinen großzügigen Haupteingang zum Dorfplatz und fügt sich in die umgebene Bebauung behutsam ein. Durch seine ungewöhnliche polygonale Struktur kann er sich dennoch als besonderes Bauwerk behaupten, ohne in Konkurrenz zur Böhm-Kirche zu treten.

Architektur

Aufgrund des ausreichenden Flächenangebotes auf dem Grundstück ist die Entscheidung für ein eingeschossiges Gebäude schnell gefallen. Die Vorteile überwiegen zwingend: Barrierefreier Zugang für alle Nutzer, organisatorische Vorteile für den Kindergartenbetrieb sowie die Eröffnung eines ungehinderten Ausblickes auf das Tal vom oberen Kirchplatz. Zentraler Entwurfsgedanke war die Findung eines geeigneten Grundmoduls, aus dem man in sinnvoller Kombination eine gleichermaßen spannende wie Flächeneffiziente Figur entwickeln könnte. Dieses Modul besteht aus einer rautenförmigen Kubatur mit einer Grunfläche von ca. 70m2. Deren kurze Kanten verlaufen parallel während die Längsseiten gekippt und verschoben sind. Dieser geometrische Kniff erlaubt eine räumlich komplexe Struktur bei gleichzeitiger Kosteneffizienz der Konstruktion.

Der Kindergarten besteht aus insgesamt acht dieser Module, wobei eines jeweils halb eingefügt wurde und ein weiteres nur aus einer Dachfläche besteht. Die Gesamtstruktur der zusammengefügten Module nähert sich wiederum einem Rechteck mit einem zentralen Atrium an. Aus der Fügung der Einzelelemente ergibt sich eine vielgestaltige Figur mit zahlreichen Knicklinien in den Fassaden- und Dachflächen. Sie ist einerseits Hommage an die kristalline Böhm-Skulptur aber zugleich eine kindgerechte Architektur, die entfernt an eine Schildkröte erinnert. Die strukturelle Kleinteiligkeit orientiert sich an den Maßstäben von Kindern und regt deren Phantasie an.

Dorfplatz

Vom Unterdorf aus heben Stützmauern und eine bepflanzte Böschung den Platz an, um eine Ebene Fläche zu erreichen. Der neue Dorfplatz lässt mit einer robusten Oberfläche eine multifunktionale Nutzung als Veranstaltungsfläche für Vereine, Feuerwehr und Kita, sowie als Parkfläche zu. Die Pflanzbereiche, Baumsetzungen und Stufen geben dem Platz eine räumliche Fassung und ermöglichen eine Verbindung zwischen Dorf und Kita.